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Grußwort von Generalkonsul Du zur Veranstaltung IHK Nord Belt and Road Show
2019/09/05
Sehr geehrter Herr Lorenz-Meyer,

sehr geehrter Herr Heyne,

sehr geehrte Frau Rößner,

meine Damen und Herren,

Wer schwimmen lernen will, muß ins Wasser.

Die Neue-Seidenstraße-Initiative zielt darauf ab, die Konnektivität und die praktische Zusammenarbeit zu verbessern. Es geht darum, verschiedene Herausforderungen und Risiken, denen sich die Menschheit gegenübersieht, gemeinsam zu bewältigen und Win-Win-Situation und eine gemeinsame Entwicklung zu erzielen.

Die Neue-Seidenstraße-Initiative hat neuen Raum für das globale Wirtschaftswachstum eröffnet, neue Plattformen für internationalen Handel und Investitionen geschaffen und neue Wege für die Verbesserung der globalen wirtschaftspolitischen Regulierung geboten. In der Tat hat diese Initiative dazu beigetragen, das Leben der Menschen in den betroffenen Ländern zu verbessern und mehr Möglichkeiten für gemeinsamen Wohlstand zu schaffen.

In der Zukunft wird das Prinzip der gemeinsamen Konsultation, des gemeinsamen Aufbaus und der gemeinsamen Teilhabe festgehalten. Offenheit, Umweltbewußtsein und Integrität werden auf hohem Niveau angestrebt.

Sich anzuschauen, Kritik auszuüben, Angst zu haben, sind wie schwimmen auf dem Ufer. BRI ist eine offene Plattform für alle. Nur mit Teilnahme kann man den Prozess positiv begleiten. Manche Leute betrachten die neue Seidenstrasse als Herausforderung und Risiko. Aber die Hamburger sind voller Mut und Aufbruchgeist und profitieren von der Neuen Seidenstrasse. Das ist nicht vor Euphorie, sondern nach Ernüchterung. Diese Tatsache sendet ein klares Signal, mitmachen und gemeinsam die neue Seidenstrasse gestalten, kann Gewinn bringen. Nur zuschauen, zögern, zweifeln, das wird sich nicht lohnen.

Wie schwimmt man schneller?

Was ist mit einer neuen Chance? Die Antworten von den Hamburgern sind klar und deutlich. 3 Beispiele:

Beispiel I: Während seiner ersten Chinareise haben Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Tschentscher und Shanghais Vizebürgermeister ein MoU über die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Shanghai unterzeichnet. Neben der Vertiefung der Kooperationen in Wirtschaft und Wissenschaft wollen beide Partnerstädte zukünftig auch im umfassenden Bereich stärker zusammenarbeiten.

Beispiel II: Mit dem Ziel, Hamburg als Handels-, Hafen- und Logistikstandort für die BRI sowie die europäische Konnektivitätsinitiative aufzustellen, hat die Handelskammer Hamburg das Eckpunktepapier "Belt and Road Initiative: Chancen für Hamburg nutzen, Konnektivität europäisch gestalten" erarbeitet. Es soll eine Basis für einen Strategieprozess am Standort dienen und  im Austausch mit Politik und Verwaltung diskutiert und umgesetzt werden.

Das chinesische Generalkonsulat unterstützt den mutigen Geist und positive Punkte von dem Papier. Wir werden mit dem Senat und der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und Handelskammer über die Umsetzung des Papiers diskutieren.

Beispiel III: Ich darf hier auch eine Unternehmerin von Hamburg zitieren: "Die neue Seidenstrasse ist nicht allein ein chinesisches Projekt, sondern bietet für alle Unternehmen große Chancen. Wir sollten Teil der Neuen Seidenstraße sein. Die Seidenstraße ist keine Einbahnstraße - sondern führt in beide Richtungen, ob auf dem Wasser, der Schiene oder der Straße. Hamburg ist das Tor zur Welt und Chinas wichtigster Hafen in Deutschland."

Nur gemeinsam kann man weiter schwimmen. 

Hamburg spielt weiterhin eine Vorreiterrolle bei der BRI. Ich darf hier 5 Plus nennen.

Hafen plus

Seit 1992 ist China der wichtigste Partner des Hamburger Hafens, und drei von fünf Arbeitsplätzen im Hamburger Hafen haben mit China zu tun. Hafen ist auch ein Industriegebiet. Mit Innovation kann Hamburger Hafen als logistisches Zentrum und Industriegebiet gemeisam mit dem chinesischen Partner entlang der Neuen Seidenstrasse mehr erzielen. Z.B: mit 3D, mit KI, mit Wasserstoff, nur um einige Beispiele zu nennen.

Schiene plus

Der Betrieb von CRE-Zügen, die zwischen China und Hamburg verkehren, hat sich stabil entwickelt. Im Wesentlichen sind die Züge in beide Richtungen gleich gut ausgelastet. Unternehmen aus beiden Ländern können damit viele Erfahrungen sammeln: durch die Errichtung neuer Verteilzentren könnten die Effizienz der Verteilung verbessert und personalisierte Dienstleistungen angeboten werden. Außerdem wird die Einrichtung eines Koordinierungsmechanismus diskutiert, damit diese rechtzeitig an die Schwankungen der Schiffstransportkosten angepasst werden können. So könnte der Wettbewerbsvorteil der CRE-Züge ausgebaut und gefestigt werden.

Die Vereinheitlichung und Digitalisierung der Zollabwicklung entlang der Kontinentalrouten zum Gegenstand der Zusammenarbeit zwischen der EU und China, ist ein Vorschlag von dem Eckpunktepapier der Handelskammer. Darüber hinaus sollte darauf hingewirkt werden, dass auf EU-Ebene Gespräche mit den Transitländern aufgenommen werden. Ziel sollte eine Absichtserklärung zwischen China, der EU und den Transitländern zur Prozessharmonisierung im Schienengüterverkehr sein. Schiene ist nicht nur Hardware, sondern auch Software. Diese Ideen unterstützen wir. Anschliessend wird Herr Dr. Schüller aus GIGA auch dazu einen Vortrag halten.

Hamburg plus

In Zeiten der Globalisierung muss bei gewissen Großprojekten nach regionalen Lösungen gesucht werden. Sowohl die fünf neuddeutschen Bundesländer als auch das Jangtse-Delta sind Küstenregionen und von Flüssen durchzogen. Beide Regionen sind relativ hoch entwickelt und zeichnen sich durch eine gute Zusammenarbeit aus.  Eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Jangtse-Delta und Norddeutschland könnte die vorteilhaften Ressourcen beider Seiten bündeln und die Zusammenarbeit zwischen Großprojekten auf beiden Seiten fördern.

Ich darf MOU und Eckpunktepapier zitieren.

1. Die Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg soll einen Beitrag zur überregionalen Zusammenarbeit zwischen dem Yangtse-Fluss-Delta und Norddeutschland leisten.

2. Das Hanse-Office in Brüssel, die gemeinsame Vertretung von Hamburg und Schleswig-Holstein, sollte hier verstärkt als Kommunikationskanal genutzt werden, um norddeutsche Themen bei den Brüsseler Akteuren zu platzieren.

Das sind die wichtigen und richtigen Schritte. Die anschliessende Diskussion: Was bedeutet die BRI für die norddeutsche Hafenwirtschaft und Logistik wird auch einen Beitrag leisten.

China und Deutschland plus

Die Marktkooperation mit Drittparteien bildet ein offenes, integratives, pragmatisches und effektives Modell der internationalen Zusammenarbeit. Davon profitieren sowohl die chinesischen Unternehmen als auch die in anderen Ländern. So können einander die Stärken von Unternehmen in entwickelten Ländern und von transnationalen Unternehmen ergänzen, und gemeinsam kann die wirtschaftliche Entwicklung eines Drittlandes stimuliert.

Heute Nachmittag steht eine diesbezügliche Talk-Runde auf der Tagesordnung. Ich kann nur viel Erfolg wünschen.

Frau Bundeskanzlerin wird morgen die 12. China-Reise abstatten. Das wird auch ein Thema sein.

Vermarktung plus 

Bezüglich der Sichtbarkeit und Vermarktung Hamburgs als Knotenpunkt auf der Neuen Seidenstrasse appelliert die Hamburger Wirtschaft an Senat, bereits bestehende Marketingaktivitäten des Hamburger Hafens und weiterer Trägerinstitutionen des Hamburg Liaison Office stärker zu flankieren und auch das Format des Hamburg Summit" dafür zu nutzen. Die Appelle sind zu begrüßen.

Unser Generalkonsulat wird gerne dabei sein.

Ich wünsche heutiger Veranstaltung viel Erfolg.

Vielen Dank!

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