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Grußwort von Generalkonsul DU anlässlich der Gründungsveranstaltung von Bundesverband Deutsche Seidenstraße Initiative(BDVSI)
2019/04/01

(Anrede)

 

DieNeue-Seidenstrassen-Initiativeist ein neues, aber zugleich bekanntes und viel diskurtiertes Thema. Die Gründung des Bundesverband Deutsche Seidenstraßen Initiativeist ein klarer Beweis dafür, dass die weitsichtigen und mutigen Menschen hier in Deutschland bereit sind, diesen ganzen Prozess positiv begleitenzu wollen.

In diesem Sinne darf ich meinen herzlichen Glückwunsch zum Ausdruck bringen. Das gilt selbstverständlich für die Unterzeichnung des Kooperrationsdokumentsder Neuen Seidenstraße zwischen China und Italien.

 

Neue Erfolge

6 Jahre nach der Neuen-Seidenstraßen-Initiative, haben 124Länder und 29 internationale Organisationen das Kooperationsdokument der Neuen Seidenstraße mit China unterzeichnet.Chinas Handelsvolumen mit den Ländern entlang der Neuen Seidenstraße beläuft sich auf mehr als sechs Billionen US-Dollar, und die Investitionen in Anrainerländern betragen mehr als 80 Milliarden US-Dollar. Dadurch konnten 240.000 Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden. Allein im Jahr 2018 erreichte China mit den Ländern entlang der Neuen Seidenstraße ein Handelsvolumen von 1,3 Billionen US-Dollar und tätigte Investitionen in der Höhe von 16,27 Milliarden US-Dollar. Die Neue-Seidenstraßen-Initiative ist zu einer international sehr beliebten gemeinschaftlichen Produkt- und Kooperationsplattform geworden.Für China bildet die Neue-Seidenstraßen-Initiative inzwischen das wichtigste Rahmenwerk, innerhalb dessen es mit fast der Hälfte der Länder der Welt wirtschaftliche Beziehungen aufbaut.

In diesem Aprilwird das zweite „Belt and Road Forum for International Cooperation" abgehalten. Das wird neue Impulse verleihen.

Die NeueSeidenstraße hat Chinaund Norddeutschlandverbunden. Insgesamt hat ChinaRailway Express(CRE)bereits mehr als 13.000 Zugfahrten durchgeführt und damit 45 Städte in 15 europäischen Ländern erreicht. Mehr als die Hälfte dieser Züge hatten Deutschland zum Ziel. Allein im Jahr 2018 beförderten 6.363 Züge von China Railway Express 540.000 Standardcontainer.

Ein Drittel der im Hamburger Hafen umgeschlagenen Fracht hat mit China zu tun, und die Hälfte des chinesisch-deutschen Handels wird über den Hamburger Hafen abgewickelt. Pro Woche fahren 37 CRE-Züge in beiden Richtungen zwischen Hamburg und China. Im Jahr 2018 verzeichnete Hamburg insgesamt 1.939 Züge in beide Richtungen: 971 Züge transportierten Exporte aus China, 968 Züge Importe aus Europa. Es besteht bei den Hin- und Rückfahrten ein im Wesentlichen ausgeglichenes Verhältnis.

Bremen ist Deutschlands zweitgrößter Hafen und Deutschlands größter bzw. Europas zweitgrößter Umschlaghafen für Automobils. China wiederum ist der zweitgrößte Kunde von Bremerhaven. Im Oktober des vergangenen Jahres verließ ein Güterzug mit Einrichtungsgegenständen Bremerhaven in Richtung China. Es war für CRE die erste Testrückfahrt auf dieser Strecke. Im November transportierte dann Mercedes-Benz zum ersten Mal Autos in Zügen von CRE nach China. Die Fracht brauchte für die 14.000 Kilometer lange Strecke 16 Tage und 16 Stunden – verglichen mit dem Seeweg also eine Zeitersparnis von mehr als der Hälfte.

 

Neue Erfahrungen

Dass die Neue-Seidenstraßen-Initiative innerhalb von nur 6 Jahren international sobekanntwerden konnte, ist vor allem einem Faktor zu verdanken: Sie betont das Prinzip des gemeinsamen Verhandelns, des gemeinsamen Aufbaus und des gemeinsamen Nutzens; sie lehnt einsame Entscheidungen ab; sie tritt ein für Offenheit, Transparenz und Toleranz und ist gegen Cliquenwirtschaft. Die Initiative hält sich an das Völkerrecht, an die nationalen Gesetze und die Normen, diedieinternationalenBeziehungen bestimmen. Sie legt Wert auf hohe Standards, auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit, also auf „hohe Qualität". Zahlreiche chinesische und ausländische Unternehmen nutzen inzwischen die Plattform der Neuen-Seidenstraßen-Initiative und deren Momentum, um ihre Entwicklung voranzutreiben.

Dass die Anrainerländer sich am Aufbau der Neuen-Seidenstraßen-Initiative beteiligen, spiegelt auch ihren Wunsch wider, Frieden und Entwicklung zu fördern. Der Aufbau der NeuenSeidenstraße ist eine wirtschaftlich motivierte Zusammenarbeit und keine geopolitische Allianz und auch kein militärisches Bündnis. Sie ist ein offenes, integratives Perspektivvorhaben. Es geht nicht darum, sich im exklusiven „kleinen Zirkel"oder in „chinesischen Clubs" abzuschotten. Es geht auch nicht darum, sich durch Ideologie abzugrenzen oder Nullsummenspiele anzustellen. Jedes Land, das sich der Initiative anschließen will, ist willkommen.

 

Neue Ideen

China und Deutschland sollten nicht nur die traditionelle Zusammenarbeit vertiefen und verfeinern, sondern auch neue Bereiche erschließen und in der Zusammenarbeit höhere Standards, höhere Qualität und höheren Nutzen anstreben.

 

1. Zusammenarbeit der Häfen

Der chinesische Markt birgt ein großes Potenzial.In den letzten Jahren sind die Containerschiffe immer größer geworden. Sowohl Hamburg als auch Bremen sind wichtige Stationen auf der Neuen Seidenstraße. Beide Seiten können die Zusammenarbeit und den Austausch verstärken, was Planung, Management, Bau und Informationstechnologie dieser Häfen betrifft.

China und Deutschland könnten den Austausch und die Zusammenarbeit beim integrierten Hafenbaumanagement noch weiter ausbauen und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Häfen verbessern.

 

2. Kooperation mit China Railway Express

Der Betrieb von CRE-Zügen, hat sich stabil entwickelt. Im Wesentlichen sind die Züge in beide Richtungen gleich gut ausgelastet. Man konnte eine wirksame Lösung für das Problem der leer von Europa nach China zurückfahrenden Züge finden. Unternehmen aus beiden Ländern können damit viele Erfahrungen sammeln: Zum Beispiel könnten durch die Errichtung neuer Verteilzentren die Effizienz der Verteilungverbessert und personalisierte Dienstleistungen angeboten werden. Die chinesische Seite wird sich weiterhin bemühen, diebetrieblicheEffizienz der Züge in den Anrainerstaaten zu verbessern und die Transportkosten zu senken. Außerdem wird die Einrichtung eines Koordinierungsmechanismus für Eisenbahnfrachtraten diskutiert, damit diese rechtzeitig an die Schwankungen der Schiffstransportkosten angepasst werden können.

 

3. Kooperation mit Norddeutschland

Die Neue-Seidenstraßen-Initiative soll die strategische Koordination zwischen China und Norddeutschland stärken.Es gibt dreiKooperationsmöglichkeiten:(1)Zusammenarbeit bei der Meeresforschung. Bremen hat viele führenden Meeresforschungsinstitute wie Alfred-Wegener-Institut, Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik usw. Eine umfassende internationale Zusammenarbeit in Meeresforschung könnte sich förderlich auf die Entwicklung der Meeresindustrie in den beiden Ländern auswirken. (2) Kooperation im Bereich der Windenergie. Chinas Markt für Offshore-Windenergie ist riesig. Auch in Norddeutschland ist die Offshore-Windenergieindustrie hoch entwickelt. Bremen ist das Offshore-Windenergie-Zentrum Deutschlands. Hier gibt es nicht nur fortschrittende Windenergieanlagenhersteller und Cluster der Nebendienstleistung, sondern auch Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme. Das Kooperationspotenzial ist riesig. (3)Wasserschutz. Bremen verfügt über viele Erfahrungen in der marinen Ökologie und Umwelt.

 

4. Ausweitung der Zusammenarbeit mit Drittparteien

Die Marktkooperation mit Drittparteien bildet ein offenes, integratives, pragmatisches und effektives Modell der internationalen Zusammenarbeit. Es spiegelt auch das Grundkonzept der Neuen-Seidenstraßen-Initiative wider. Davon profitieren sowohl die chinesischen Unternehmen als auch die in anderen Ländern. So können einander die Stärken von Unternehmen in entwickelten Ländern und von transnationalen Unternehmen ergänzen, und gemeinsam kann die wirtschaftliche Entwicklung eines Drittlandes stimuliert und ein Win-Win-Effekt im Sinne von „1 + 1 + 1> 3" erreicht werden.

Die chinesische Seite weist traditionell komparative Vorteile auf, wenn es um die Produktionsfaktoren geht. Aber es bilden sich auch neue Vorteile heraus, vor allem im Bereich Kapital und Management. Zahlreiche Entwicklungsländer sind im Vorteil, was die Marktressourcen betrifft. Die Industrieländer– einschließlich Deutschland –verzeichneneinen klaren Vorteil bei Kapital und Technologie. Durch die Zusammenarbeit von zwei, drei oder mehr Seiten können wir diese unterschiedlichen Stärken in der Neuen-Seidenstraßen-Initiative bündeln und so die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in den Anrainerstaaten fördern.

Im Oktober letzten Jahres wies ein Bericht von German Trade & Invest und zwei anderen  Organisationen darauf hin, dassetwaein fünftelder befragten deutschen Unternehmen bereits erfolgreich mit chinesischen Unternehmen in afrikanischen Ländern wie Ägypten, Algerien und Tunesien zusammenarbeiten. Weiterefünftelder befragten deutschen Unternehmen beabsichtigen, eine Kooperation mit chinesischen Unternehmen in Afrika einzugehen. Der Bericht geht davon aus, dass deutsche Unternehmen von einer engeren Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen in Afrika profitieren würden und die Beteiligung deutscher Unternehmen dazu beitragen könnte, eine Triple-Win-Situation zu schaffen.

Deutsche und chinesische Unternehmen haben beschlossen, kleine Kraftwerke in Indonesien zu bauen, in der Region Schulungen im Bereich Humanressourcen durchzuführen und gemeinsam die wirtschaftliche Entwicklung der äußeren indonesischen Inseln zu unterstützen.Die China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC Corporation Limited) undSiemens Deutschland haben bei einigen Schlüsselprojekten trilaterale Kooperationsvereinbarungen geschlossen.

" Um schwimmen zu lernen muss ich ins Wasser gehen, sonst lerne ich nichts."  Die Gründung von BVDSI ist ein guter Versuch. Herzliche Gratulation!

 

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