Home > Informationen aus dem Generalkonsulat
Vortrag von Generalkonsulin CHEN Hongmei: CHINA BLEIBT EIN ENTWICKLUNGSLAND IN DEN NÄCHSTEN JAHRZEHNTEN


Auf die Einladung von Industrie- und Handelskammer Hannover und Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung e.V. nahm Generalkonsulin Chen Hongmei am 17. September, 2010 an der Diskussion des Gesprächskreises China teil und hielt einen Vortrag mit dem Titel "China bleibt ein Entwicklungsland in den nächsten Jahrzehnten". Es gab insgesamt über 40 Teilnehmer, darunter Frau Dr. Ye Min (die Leiterin der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Generalkonsulats der VR China), Herr Brunner (der Leiter der Außenhandelsabteilung der IHK Hannover), Herr Schiemann (der Manager der Asienabteilung der IHK Hannover), Herr Gehnen (der Vorsitzender der DCW in Köln) sowie Herr Rudolph (der Vorsitzender der DCW in Niedersachsen)u.s.w.

Folgend ist der Vortragstext:

 

Sehr geehrter Herr Brunner,

Sehr geehrter Herr Schiemann,

Sehr geehrter Herr Rudolph,

Sehr geehrter Herr Brandenburg,

Meine Damen und Herren,

heute haben meine Kollegen und ich die große Ehre und Freude, auf Ihre Einladung an der Sitzung des Gesprächskreises China in Niedersachsen teilzunehmen zu dürfen und mit Ihnen Meinungen über China auszutauschen. Viele Anwesende haben China und die Chinesen seit langem schon kennengelernt. Sie kennen die Stärke und Schwäche meines Landes sogar sehr gut. In meinem Vortrag möchte ich Ihnen die Freude und Sorge von sich schnell entwickelndem China darstellen. Der Schwerpunkt liegt darauf, warum China in den nächsten Jahrzehnten noch ein Entwicklungsland bleibt?

1. Entwicklung und Fortschritte, die China in den letzten 60 Jahren, insbesondere seit der Einführung der Reform und Öffnung erzielt hat.

China, ein Land unter zwei Weltkriegen sehr geglitten hatte, hat nach der Gründung der Volksrepublik von der Stunde Null anfangen müssen. Das chinesische Volk hat unter der KP unermüdlichen Anstrengungen unternommen, um ein sehr armes und rückständiges China in ein wohlhabendes demokratisches und modernes China zu verwandeln und dabei viele beachtliche Fortschritte und Erfolge erzielt.

In den Jahren vom Anfang der Gründung der Volksrepublik bis zur Einführung der Politik der Reform und Öffnung haben wir viele Erfolge beim Aufbau des Landes erzielt. Aber wegen schlechter internationaler politischer Wetterlage und der Einflussnahme des ultralinken Denkens und der 10 Jahre langen Kulturrevolution hat China auch viel Unglück und Rückschläge erfahren. Deswegen hat sich seine arme und rückständige Situation nicht grundlegend verändert. Während die westlichen Länder sich auf den wirtschaftlichen Aufbau und wissenschaftliche und technische Revolution konzentrierten und dabei große Fortschritte und Durchbrechen erfuhren, befand sich China noch in der inneren Unruhe und Instabilität und wurde es zu dieser Zeit auch von den beiden Supermächte schikaniert. Das chinesische Volk führte damals ein sehr hartes Leben. Die Frage der Nahrung und Kleidung war die größte Sorge der Bevölkerung in China.

Nachdem die für China günstige internationale Situation entstand und China die Beziehungen zu umliegenden Ländern und westlichen Ländern schrittweise verbessert hatte, hat die chinesische Regierung unter Deng Xiaoping die Chancen rechtzeitig angepackt und die Politik der Reform und Öffnung eingeführt. Dank dieser weisen Politik hat China in den letzten 30 Jahren schnelle Entwicklung und enorme Fortschritte in fast allen Bereichen der Wirtschaft und allen Feldern der Gesellschaft erzielt. Gemäß der Richtlinie "Denken befreien und die Wahrheit in den Tatsachen suchen", wurden die Menschen im ganzen Land motiviert zur Arbeit, um die vier Modernisierungen zu verwirklichen. China hat sich endlich auf den wirtschaftlichen Aufbau konzentrieren können. Deng Xiaoping sagte, die Armut ist nicht Sozialismus. Darunter verstand man so , dass ohne die wirtschaftliche Entwicklung die Frage der Nahrung und Kleidung nie und niemals gelöst werden kann. Es ist natürlich auch keine Rede davon, dass man ein menschenwürdiges Leben führen kann.

Nach Deng soll China Vorteile von allen entwickelten Ländern aufnehmen und ihre fortgeschrittene Technik und Verwaltungserfahrungen lernen. Dann hat China die Zusammenarbeit und den Austausch mit dem Ausland schrittweise entfaltet. Die Beziehungen der Zusammenarbeit mit Deutschland waren und sind am engsten unter den europäischen Ländern. China und die Chinesen haben von Deutschland und den Deutschen nicht nur die moderne Technologie und die fortgeschrittenen Verwaltungserfahrungen, sondern auch ihre guten Tugenden erlernt. Wir Chinesen wissen deutsche Unterstützung und Hilfe beim Aufbau unseres Landes sehr zu schätzen.

Mit der schnellen Wirtschaftsentwickelung und immer weiteren Öffnung nach außen hat sich die Wirtschaftsleistung verstärkt und sich die umfangreiche Staatskraft Chinas erhöht. Die folgenden Zahlen sprechen dafür: In letzten 30 Jahren hat China den durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaft von über 9% erzielt. Das BIP Chinas 2009 betrug 4909 Milliarden Dollar und war die drittgrößte Wirtschaftleistung in der Welt. Die Außenhandelsvolumen vom Jahr 2009 verliefen sich auf 2208 Milliarden Dollar. China ist zum ersten mal in der Geschichte Exportweltmeister geworden. Die Verkehrsinfrastruktur hat sich modernisiert. In China sind heute 60 Tausend km Autobahn und 80 Tausend km Eisenbahn erbaut, deren Geschwindigkeit in großem Umfang erhöht worden ist. Gegenwärtig sind 6920 km Schnell-Bahn in Betrieb aufgenommen worden. Es sind über 10,000 km lange Schnell-Bahn im Aufbau. Diese Statistik ist vom Stand 2008.

Die Lebens- und Arbeitsbedingen haben sich in den letzten Jahren viel verbessert. Die Frage der Nahrung und Kleidung der Bevölkerung hat China gelöst Der Zustand der Wohnung, Bildung und Infrastruktur verbessert sich ständig mit der Erhöhung der umfangreichen Staatskraft. Das obengenannte sind gute und erfreuliche Hinsichten.

 

2. China bleibt ein Entwicklungsland in den nächsten Jahrzehnten.

Grund 1: Das Land hat die größte Bevölkerungszahl von 1,318 Milliarden. Das bedeutet, zwar ist die gesamte Wirtschaftsleistung sehr groß, aber das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt sehr niedrig, betrug 2009 nur 3678 Dollar, Pro-Kopf-Einkommen nur 2940 Dollar. Gemäß dem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt liegt China auf Platz 104, gemäß der Pro-Kopf-Einkommen auf Platz 130 in der Welt. Hiermit möchte ich China mit folgenden Ländern vergleichen. Das Pro-Kopf-BIP der USA betrug 46381 Dollar, Deutschland 40875 Dollar, Polen 11288 Dollar.

Grund 2: Die Entwicklung ist nicht ausgeglichen. Der Abstand zwischen den reicheren Küsteregionen und armen Regionen, zwischen den Städte und ländlichen Gebieten, zwischen den reicheren und armen Menschen ist groß. Hier ist ein Beispiel dafür: Das Pro-Kopf-BIP von über 3000 Dollar ist auch sehr ungleichmäßig, es betrug in den Küstengebieten zwischen 5000 -10000 Dollar, in Shanghai, Beijing und Shenzhen über 10 Tausend Dollar, aber Netto-Einkommen pro Kopf in weiten ländlichen Gebiete nur 800 Dollar. Obwohl die Zentralregierung ständig tatkräftige Vorkehrungen ergriffen hat, kann diese Situation kurzfristig nicht von grundlegend geändert werden. Teilweise ist es geographisch und historisch bedingt.

Grund 3: China befindet sich nun in der Mittelphase der Industrialisierung. Das Niveau der gesamten Produktionskraft ist nicht hoch, die Struktur der Industrie bleibt nicht rational, selbständige Innovationsfähigkeit nicht stark. In den letzten 30 Jahren hat China für das extensive Wachstum einen zu hohem Preis bezahlt, nämlich, auf Kosten der Umwelt und Ressourcen. Die strukturellen Widersprüchen sind sehr deutlich.

Die Grundlage der Landwirtschaft hat sich zwar verbessert und aber bleibt noch schwach. Die Bevölkerung besonders in den ländlichen Gebieten hat nicht viel von der schnellen Entwicklung und dem Erfolg der Reform profitiert. Das wohlhabende Leben und die medizinische Versorgung in China liegt gegenwärtig noch auf sehr niedrigem Niveau.

Die obengenannten Nachteile sind aber die Schwierigkeiten und Probleme, mit denen China auf dem Weg vorwärts und beim Wachsen konfrontiert sind. Wir haben bereits erkannt, die Entwicklungsart und Wachstumsmodell muss umgewandelt, die Wirtschaftstruktur muss ausgerichtet und die Wachstumsqualität muss erhöht werden. Aber zu diesem entscheidenden Zeitpunkt wurde China von den verheerenden Katastrophen, wie Erdbeben, Dürre und Überschwemmungen heimgesucht und von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffen. Deshalb waren Jahre 2008 und 2009 für mein Land besonders schwere Jahre. Das Jahr 2010 ist weiter ein Jahr mit der Unsicherheit und Instabilität . Vor diesem Hintergrund haben China und die Chinesen immer Mut und Zuversicht, die Herausforderungen und heikle Probleme zu bewältigen. Es ist schön, dass die schwierigste Zeit schon vorbei ist. Die chinesische Wirtschaft hat sich aus der Krise erholt und ist jetzt wieder auf dem Weg zur Besserung.

Wir wissen, China und die Chinesen können sich das extensive Wachstum nicht weiter leisten. China ist wie Deutschland arm an den Ressourcen. Sobald China sich weiter entwickeln will, muss es die BIP-Qualität kraft der Wissenschaft und Technologie erhöhen. Wir dürfen nicht den alten und traditionellen Weg der Industrialisierung gehen. Nach dem mittel- und langfristigen Entwicklungsprogramm der Zentralregierung für Bildungswesen und Wissenschaft und Technik will China die Fortschritte der Wissenschaft und Technik fördern, um neue Materialien und Energien zu suchen. In der Gegenwart werden die Chinesen und Unternehmen aufgefordert, mit den vorhandenen Ressourcen sparsam zu umzugehen und die Umwelt zu schützen. Mit großer Freude habe ich gesehen, das Bewusstsein des Umweltschutzes ist in den letzten Jahren viel erhöht worden.

Wir wissen, China braucht Zeit, dieses Ziel zu realisieren, bis dahin kann China eine nachhaltige Entwicklung und ein nachhaltiges Wachstum haben. Damit kann China auch einen großen Beitrag für die Menschheit leisten. Ich hoffe, das chinesische Volk kann in 100 Jahren ein schönes Leben führen, wie Sie Deutschen heute das schon genießen.

Ich darf meinen Vortrag mit einigen Sätzen aus der Eröffnungsrede von Premier Wen auf dem 4. Davos-Sommerforums in Tianjin beenden, die an ausländische Unternehmer gerichtet waren.

Premier Wen hat unterstrichen, die Entwicklung Chinas ist eine offene Entwicklung. Die Öffnung Chinas ist langfristig, umfangreich und gegenseitig nützlich. Wir wollen alles festhalten, was der Politik der Öffnung nach außen nützt. China setzt sich immerhin dafür ein, ein gutes Umfeld der Öffnung und Gerechtigkeit für ausländische Investoren zu schaffen. China stellt dem Schutz von den Urheberrechten einen hohen Wert, und es hat den Schutz bereits als die Staatsstrategie aufgewertet. China will den Austausch und Dialog mit den Länder aller Welt führen. Alle nach dem chinesischen Gesetz registrierten Unternehmen sind chinesische Unternehmen, deren Produkte Made in China sind, deren entwickelte neue Produkte Innovationen in China sind. Die in China registrierten Unternehmen mit den ausländischen Kapitalmitteln werden wie chinesische Staatsbürger behandelt. Gleichzeitig werden die ausländischen Investoren und die Unternehmen mit den chinesischen Geldmitteln gleichberechtigt, bei der Vergabe der Aufträgen von der Regierung.

China verfügt nun über eine große Marktkapazität, vollkommene Infrastruktur und vollständige Industriebranchen. Das zieht immer mehr Multikonzerne nach China an. Wir werden weiterhin die Gesetze und gesetzliche Vorschriften und Richtlinien für auswärtige Wirtschaft vervollständigen und verbessern. Wir begrüßen ausländische Unternehmer, in China zu investieren und sich zu entwickeln, sowie sich dem Prozess der Reform und Öffnung anzuschließen.

 

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!


Suggest To A Friend
  Print