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Vertreter der Zentralregierung sprachen mit Privatvertretern von Dalai Lama


Am 04. Mai 2008 sind Vertreter der Zentralregierung in Beijing mit Privatvertretern von Dalai Lama in der südchinesischen Stadt Shenzhen zusammengetroffen.

Die Vertreter der Zentralregierung sprachen über gewaltsame Ereignisse am 14. März in Lhasa und wiesen darauf hin, der Standpunkt der Zentralregierung zu Dalai Lama sei konsequent und eindeutig, die Tür zum Kontakt und Gespräch bleibe wie immer geöffnet. Schon seit 2002 habe man trotz bestehender Hindernisse 6mal mit Privatvertretern von Dalai Lama gesprochen. Die Gewaltausübung vom 14. März habe neue Hürde für Fortsetzung der Gespräche gemacht, trotzdem habe die Zentralregierung möglichst große Geduld aufgebracht und diese Begegnung in die Wege geleitet. Wir hofften, dass Dalai Lama sich bemühen sollte, Worten Taten folgen zu lassen, Bestrebungen nach Abspaltung des Vaterlandes in der Tat aufzugeben, Zulassung von Planung und Anstiftung von Gewalttaten einzustellen, Störungen Olympianischen Spielen in Beijing zu stoppen, um Vorraussetzungen für weitere Gespräche zu schaffen.

Die Vertreter von Dalai Lama legten ihre Meinungen hierüber dar und wollten Dalai Lama über das Gespräch berichten.

Die Vertreter der Zentralregierung antworteten noch Fragen von Dalais Vertreter. Beide Seiten vereinbarten weiteres Treffen zum geeigneten Zeitpunkt.

Die eben stattgefundene Zusammenkunft war Wiederaufnahme und Fortsetzung der Gespräche zwischen der Zentralregierung und Dalais Privatvertretern. Kontakte zwischen der chinesischen Zentralregierung und Dalai Lama bestehen schon seit langem.

Ende der 70er Jahren erklärte die Zentralregierung ihre Bereitschaft, mit Dalai Lama zu sprechen, über alle Fragen, nur nicht über Unabhängigkeit Tibets. Seit 1979 waren Vertreter von Dalai Lama, darunter auch seine engsten Verwandte, mehr als 20mal in China und sprachen dabei mit der Zentralregierung. In den 80er Jahren wurden Beziehungen zwischen China und westlichen Ländern immer enger, d. h. das internationale Umfeld wurde für China immer günstiger, und Unterstützungen, die Dalai Lama vom Ausland bekommen hatte, wurden immer weniger. Unter diesen Umständen stellte Dalai Lama Ende der 80er Jahre einen sogenannten „Mittelweg" vor. Als um 1990 zum großen Wandel im Ostblock damals kam, glaubte Dalai Lama, in China würde so was auch geschehen, brach den Kontakt mit Beijing ab und nahm erneut die Forderung nach Tibets Unabhängigkeit auf.

Erst paar Jahre später, als er feststellte, dass das kommunistische China nicht nur nicht umgestürzt wurde, sondern entwickelte sich weiter und noch schneller, und die Zusammenarbeit des Westens mit China nicht nur wieder belebt, sondern noch intensiver als früher, wurde die Haltung von Dalai Lama wieder milder. Er schmiedete einen Plan über angeblich „hohe Autonomie Tibets". Demnach solle ein großes Tibet errichtet werden, was in der Geschichte nie gegeben hatte und Verfassung und Landkarte Chinas verändern würde; in diesem großen Tibet dürften nur Tibeter leben, alle anderen Nationalitäten, die bereits dort beheimatet sind, und auch die chinesische Armee müssten das Gebiet verlassen. Ist das noch Autonomie? Sehr wohl mit verstecktem Ziel: hohe Autonomie als erster Schritt, dann Unabhängigkeit.

Trotzdem hat die Zentralregierung die Gespräche mit Dalais Vertretern fortgesetzt, allein seit 2002 sechs Male. Selbst nach gewaltsamen Ausschreitungen im vergangenen März hat die Zentralregierung wiederholt ihre Bereitschaft bekräftigt, die Tür zum Dialog bleibe offen. Aber Dalai Lama solle Vorraussetzungen dafür schaffen. Er müsse verzichten auf Gewaltausübung und auf Forderung nach Tibets Unabhängigkeit; er müsse anerkennen, dass Tibet und Taiwan unabtrennbare Bestandteile des chinesischen Territoriums sind. Man wolle nicht nur hören was Dalai Lama sagt, sondern auch sehen was er tut. Das wiederaufgenommene Gespräch war eine neue Chance. Wir können nur hoffen, dass diese Gelegenheit nicht verspielt werden würde.


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