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Generalkonsul SUN Congbin gab Hamburger Wirtschaft ein Interview: China bleibt ein Wachstumsmarkt
2015/12/07
 

„China bleibt ein Wachstumsmarkt, von dem Hamburger Unternehmen profitieren."

 

Der chinesische Generalkonsul SUN Congbin ist seit Juni 2015 Vertreter seines Landes in Hamburg. Die hamburger wirtschaft sprach mit ihm über die Beziehungen zwischen Hamburg und China. 

 

hamburger wirtschaft: Herr Generalkonsul, wie war es für Sie, in die Stadt zurückzukehren, in der Sie vor 26 Jahren ihre diplomatische Laufbahn begannen?

SUN Congbin: Hamburg ist für mich sehr wichtig. Außer Peking ist Hamburg die einzige Stadt, in der ich das zweite Mal arbeiten darf. Ich mag den Hafen, die Landschaft und die Menschen. Ich fühle mich sehr mit Hamburg verbunden. 

 

hw: Worauf haben Sie sich bei ihrer Rückkehr am meisten gefreut? 

SUN: Auf meine Freunde, die ich hier wiedertreffen durfte. 

 

hw: Welche Schwerpunkte werden Sie in ihrer Amtszeit in Hamburg setzen? Welche Projekte wollen Sie in Angriff nehmen? 

SUN: Meine wichtigste Aufgabe wird sein, die Beziehungen zwischen China und Hamburg zu intensivieren. Ich möchte Menschen über die Politik Chinas informieren und natürlich das gegenseitige Verständnis untereinander fördern. Dazu werden auch viele Veranstaltungen innerhalb Hamburgs beitragen, die ich unterstütze. 

 

hw: Hamburg ist mit mehr als 520 chinesischen Unternehmen der wichtigste China-Standort in Deutschland. Was sind die Gründe hierfür? Warum zieht es so viele Chinesen in die Hansestadt? 

SUN: Zum einen ist die Beziehung zwischen China und Deutschland einfach gut. Und Hamburg ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Das eröffnet viele Chancen. Die Stadt ist chinesischen Investoren gegenüber sehr aufgeschlossen. Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass Hamburg viel zu bieten hat. Meine Landsleute leben gerne hier. 

 

hw: Wie bekannt ist Hamburg in China?

SUN: Die Stadt dürfte jetzt noch bekannter sein. Ich habe neulich dem chinesischen Zentralfernsehen CCTV ein Interview gegeben. Sieben Tage haben sie im Anschluss über Hamburg berichtet. 

 

hw: Wie kann der China-Standort Hamburg noch weiter gestärkt werden? An welchen Stellen sehen Sie Nachholbedarf?

SUN: Ich bin sehr zufrieden. Hamburg schlägt sich sehr gut. Das zeigt sich auch daran, dass manche Bundesländer die Hanseaten um Rat in wirtschaftlichen Fragen bitten. Sie können von Hamburg lernen, wie man erfolgreich mit China kooperiert. 

 

hw: Welche Auswirkungen hat das moderate Wirtschaftswachstum von sieben Prozent auf die 700 in der Volksrepublik aktiven Hamburger Unternehmen? Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung ihrer Geschäftsaktivitäten ein? 

SUN: Sehr gut, denn China bleibt eine Wachstumswirtschaft. Es werden sich auch weiterhin große Chancen bieten. Unser Premierminister wird viele Großprojekte anschieben. Um ein Beispiel zu geben: Gerade hat er entschieden, drei neue Eisenbahnstrecken zu bauen.

 

hw: Wo liegen aktuell Geschäftschancen für Hamburger Unternehmen, die mit Ihrem Land zusammenarbeiten möchten? Gibt es Bereiche, die in Zukunft wachsen werden? 

SUN: In China ist Hamburg für seinen Hafen und seine Logistik bekannt. Ich sehe aber auch in den Bereichen Maschinenbau und Hightech-Industrie große Kooperationsmöglichkeiten. 

 

hw: Die Digitalisierung wird ein immer wichtigerer Bestandteil der künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China. Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit zwischen Hamburger und chinesischen Firmen in diesem Bereich ein? 

SUN: Die Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 oder, wie wir sagen, „Made in China 2025" spielen eine immer wichtigere Rolle. Deutschland ist ein Pionier im Bereich der Digitalisierung. Wir hingegen verfügen über große Internetfirmen, die zum Teil eine Million Kunden zählen. Das Potenzial für eine Zusammenarbeit ist sehr groß.

 

hw: Hamburg verfolgt die Pläne des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping eine „neue Seidenstraße" zu errichten, mit großer Aufmerksamkeit. Auf dem Landweg und über eine maritime Route von China bis nach Europa sollen Handelskorridore entstehen. Wird Hamburgs Hafen eine große Rolle spielen? 

SUN: Wir wollen mit der Seidenstraße der Wirtschaft einen neuen Impuls geben. Hamburg wird davon natürlich profitieren. Durch den Bau dieser Verbindung wird Hamburg zum Beispiel mit Mittelchina verbunden sein. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Unternehmen. 

 

hw: Im Herbst 2016 wird der siebte „Hamburg Summit: China meets Europe" stattfinden. Welche Erwartungen stellen Sie an diese Konferenz und welche Bedeutung messen Sie der Veranstaltung für die europäisch–chinesischen Beziehungen bei? 

SUN: Das von der Handelskammer Hamburg initiierte Dialogforum ist extrem wichtig für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern. China legt großen Wert auf diese Plattform und möchte den Austausch mit der europäischen Wirtschaft und Politik pflegen. Wir haben immer wichtige Delegationen nach Hamburg geschickt und  so wird es auch 2016 sein. „Industrie 4.0" und die „neue Seidenstraße" werden die großen Themen sein, die es zu besprechen gibt. Ich freue mich darauf. 

 

Quelle: http://www.hamburger-wirtschaft.de/pdf/122015/index.html#46 

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